Hocus und Lotus in der Kindertageseinrichtung:
Hocus und Lotus wird in Kindergärten mit Anfängern der Zweitsprache Deutsch durchgeführt.
Einige Kindergärten haben mit Hocus und Lotus ein Jahr vor der Schule begonnen. Andere Kindergärten fangen bei Eintritt der Kinder in den Kindergarten an.
Wenn man mit Dreijährigen anfängt, kann im Idealfall in jedem Jahr vor der Einschulung ein Zyklus von 6 Formaten mit den Kindern durchgenommen werden. Bei kontinuierlicher Durchführung können die Kinder vor der Einschulung schon drei Jahre lang mit insgesamt 18 Formaten Deutsch gelernt haben. Die Formate bauen aufeinander auf. Die Erzieherinnen berichten von einem Lernfortschritt, den sie mit keiner anderen Maßnahme in vergleichbarem Umfang erreicht haben. Selbst wenn die Kinder ohne Deutschkenntnisse in den Kindergarten kommen, beginnen sie mit Hocus und Lotus sehr schnell, sich in Deutsch zu verständigen. Sie verlieren die Scheu, sich in der fremden Sprache zu unterhalten. Sie können die gelernten Strukturen auch auf andere Kontexte übertragen.
Einige Kindergärten haben viermal in der Woche eine halbstündige Hocus und Lotus-Lernzeit und eine zweistündige Beschäftigung mit Hocus und Lotus am Nachmittag unter Beteiligung der Eltern. Hier wird das Gelernte mit spielerischen Methoden vertieft. Diese Intensität der Beschäftigung mit Hocus und Lotus ist ideal und der Fortschritt am größten.
Andere Einrichtungen beginnen mit einer Lerneinheit von 15 – 20 Minuten pro Woche. Wenn die Erzieherinnen den Erfolg bemerken, erhöhen sie in der Regel sehr schnell die Lernzeit.
Die Gruppengröße sollte nicht größer als sechs Kinder sein. Die Beteiligung der Kinder ist freiwillig. Da die Kinder begeistert dabei sind, ist die regelmäßige Beteiligung nicht in Frage gestellt. Man sollte aber sehr wohl auf die Ausgewogenheit in der Zusammensetzung der Gruppe achten.
Ein Bericht aus einer Anfängergruppe von Dreijährigen: Die Gruppe trifft sich in einem kleinen Raum, der sonst für Erzählstunden oder Bücher vorlesen benutzt wird. Der Raum ist überschaubar und verleitet nicht sehr zur Ablenkung. Es beteiligen sich drei Mädchen und zwei Jungen. Alle Kinder haben keine Kenntnisse im Deutschen. Während die drei Mädchen mit großen Augen staunend die Aktivität der Erzieherin beobachten und von mal zu mal sich aktiver beteiligen, bewegen sich die zwei Jungen permanent durch den Raum und beschäftigen sich mit etwas anderem oder miteinander. Die Erzieherin verlässt dennoch die Magie des Augenblicks nicht und lässt sich nicht verleiten, die Jungen zu disziplinieren oder zur Teilnahme zu ermahnen. Beim siebten Zusammentreffen verzählt sich die Erzieherin beim Abschlussritual (die Zahlen 10 – 0 werden rückwärts gezählt) und vergisst die sieben. Daraufhin ruft Ayhan „Sieben, Du hast die Sieben vergessen.“ Von da an macht Ayhan aktiv in der Gruppe der vier mit. Er hat das erste Format schon gespeichert, obwohl er anscheinend mit Anderem beschäftigt war. Die Erzieherin entschließt sich, den anderen Jungen aus der Gruppe zu entfernen. Sie will es zu einem späteren Zeitpunkt mit ihm noch einmal versuchen.
Hocus und Lotus wird in einigen Kindergärten aber auch in einer Fremdsprache durchgeführt.
In einer Grundschule wird Hocus und Lotus in vier ersten Parallelklassen in den
Sprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Türkisch durchgeführt.
Einige Grundschulen haben mit Hocus und Lotus in Deutsch ein halbes Jahr vor der Schule angefangen und führen es im Unterricht weiter.
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